Tauschticket – Die Tauschplattform für Bücher und mehr

Auf der Plattform Tauschticket kannst du zwar nicht kostenlos, aber recht günstig, an Lesestoff herankommen. Wie der Name schon verrät, kannst du dort tauschen. Ich nutze diese Plattform vor allem für Bücher. Heute möchte ich sie kurz vorstellen und meine Erfahrungen bzw. Tipps zum Büchertausch auf Tauschticket verraten. Außerdem gehe ich darauf ein, für welche Bücher es sich lohnt und für welche nicht und nenne Alternativen.

So funktioniert Tauschticket

Du tauschst dort nicht direkt ein Buch gegen ein anderes, sondern das Ganze funktioniert über ein Ticketsystem. Du bekommst Tauschtickets für Dinge, die du abgibst, und löst sie ein für Dinge, die du anforderst.

Du bietest ein Buch an, indem du es dort einstellst. Das geht ganz einfach über die ISBN. Du beschreibst den Zustand, z. B. irgendwelche Knicke usw. und entscheidest, wie viele Tickets du dafür haben möchtest. Bei Büchern sind es meistens zwischen einem und fünf Tickets.

Wenn dann jemand dein Buch für die geforderte Ticketanzahl eintauschen möchte, fordert er es durch Klick auf einen Button an. Dann bestätigst du per Klick die Anforderung, dir werden die Tickets gutgeschrieben und du musst das Buch an denjenigen verschicken.

Deine erhaltenen Tickets kannst du nach Belieben zum Anfordern eines anderen Buches oder anderer Dinge einsetzen. Allerdings kostet das Einlösen von Tickets Tauschgebühren, denn der Betreiber, der hinter der Plattform steckt, stellt diese schließlich nicht aus Jux und Tollerei zur Verfügung, sondern lässt sich über eben jene Tauschgebühren bezahlen.

Die sind jedoch niedrig, und zwar zahlst du z. B. 0,49 € für einen Tausch, bei dem du zwischen einem und fünf Tauschtickets einlöst. Die Gebühren werden über ein Prepaid-Guthaben abgerechnet. Mindesteinzahlung dafür sind 5 €. Damit kannst du also zehnmal etwas anfordern, vorausgesetzt du hast entsprechende Tickets.

Ab und zu gibt es auch Gratistickets. So bekommst du eins am Anfang, wenn du deine ersten fünf Artikel, z. B. Bücher, anbietest.

Lohnt sich das? Eine kleine Kostenrechnung

Ich rechne hier kurz zusammen, was es dich kostet, ein Buch über die Plattform zu bekommen.

Zunächst einmal benötigst du mindestens ein Ticket. Ich vernachlässige dabei mal die Gratistickets, denn die sind selten und fallen nicht ins Gewicht.

Um ein Ticket zu bekommen, musst du zunächst ein Buch aus deinem Angebot, welches jemand anders angefordert hat, verschicken. Das geht am günstigsten als Bücher- und Warensendung (BüWa). Für eine Sendung bis zu 500 g kostet das Porto derzeit 1,95 € und für bis zu 1.000 g kostet es momentan 2,25 €. Nehmen wir den Durchschnittspreis von 2,10 €.

Um dann für dein Ticket bei jemand anderem etwas anzufordern, bezahlst du die Tauschgebühr von 0,49 €, also sagen wir rund 0,50 €. Damit sind wir schon bei Kosten von im Schnitt 2,60 € pro Anforderung. Dazu kommt dann aber noch, dass du vorher auch etwas abgeben musst, z. B. ein Buch.

Außerdem habe ich die Versandverpackung nicht berücksichtigt, weil ich z. B. so etwas immer habe, da ich relativ oft an Vorablese-Aktionen neuer Bücher teilnehme und diese gratis zugeschickt bekomme. Die Versandverpackung lässt sich noch einmal verwenden. Außerdem kann man nach einer Anforderung bei Tauschticket den Versandumschlag auch fast immer wiederverwenden. Einfach die Adresse überkleben und fertig. Falls das nicht geht, entstehen ein paar weitere Kosten.

So kannst du dich natürlich fragen, ob es stattdessen vielleicht einfacher wäre, die von dir gesuchten Bücher gebraucht z. B. bei Rebuy oder Medimops, zu kaufen und die Bücher, die du dafür zum Tauschen anbieten würdest, an einen Gebraucht-Ankäufer zu verkaufen.

In der Tat ist das oftmals einfacher, aber nur beim Verkauf von relativ neuen Büchern, denn nur die werden von den Gebraucht-Aufkäufern zu halbwegs vernünftigen Preisen angekauft.

Bei älteren Büchern, die ich nicht mehr brauche und für die ich ohnehin keinen Cent mehr bekäme, lohnt sich das Anbieten bei Tauschticket schon. Wenn man nicht zu viele Tickets dafür verlangt, findet sich auch jemand, der so etwas gern haben möchte. Wenn ich dann die Tickets bekomme, finde ich dafür auch wieder etwas, das mich interessiert. Außerdem bin ich nicht zeitlich gebunden, sondern kann sie irgendwann später einlösen. Insofern kann sich Tauschticket schon lohnen.

Für welche Bücher lohnt sich Tauschticket und für wie viele Tickets soll ich meine Bücher anbieten?

Ältere Bücher

Bücher, die kein Ankäufer mehr haben möchte, lassen sich bei Tauschticket noch gut anbieten. Mehr als ein Ticket bekommt man für so etwas jedoch nicht. Es handelt sich dabei – abgesehen von ein paar Ausnahmen – meistens um mehr als 10 Jahre alte Bücher.

Ich schaue mir zunächst an, wie oft das Buch bereits für das eine Ticket angeboten wird. Sind das sehr viele Angebote, stelle ich es für einen „2:1“-Tausch ein. Ich schreibe das in den beschreibenden Text und erkläre es dort kurz, z. B. so:

2:1 Tausch! Wenn du dieses Buch anforderst, kannst du dir ein zweites mit „2:1“ gekennzeichnetes Buch aus meinem Regal aussuchen, welches du zusätzlich haben möchtest. Das schreibst du mir per PN und ich schicke dir beide Bücher für das eine Ticket.

Außerdem setze ich noch „2:1“ in das Schlagworte-Feld. Beachte dabei jedoch bitte, dass es verboten ist, das „2:1“ direkt in den Titel zu schreiben.

Noch nicht ganz so alte, aber nicht mehr ganz neue Bücher

Bücher, die noch recht neu aussehen und nicht älter als fünf bis zehn Jahre sind, biete ich lieber auf Tauschticket an, als sie einem Gebrauchtaufkäufer für nur ein paar Cent zu überlassen. Für nur ein Ticket ist das meistens kein Problem.

Leseexemplare ganz neuer Bücher

Das funktioniert meiner Erfahrung nach am besten. Manchmal bekomme ich in Vorablese-Aktionen nicht die normale Ausgabe, die es auch später zu kaufen gibt, sondern ein spezielles Leseexemplar. Außer, dass es als Leseexemplar gekennzeichnet ist, ist jedoch an dem sonst brandneuen Buch, das dazu nach nur einmaligem Lesen in Top-Zustand ist, nichts auszusetzen.

Aufkäufer kaufen so etwas nicht an, denn diese Bücher sind nicht für den Handel bestimmt. Bei Tauschticket sind sie jedoch beliebt, insbesondere wenn sie für wenig Tickets angeboten werden. Ich biete sie meistens für nur ein bis zwei Tickets an und bin sie bisher immer sehr schnell losgeworden.

Wichtig dabei ist, dass man so etwas als Leseexemplar kennzeichnet. Ich schreibe das immer noch zusätzlich in die Zustandsbeschreibung mit dem Hinweis, dass außer der Kennzeichnung der Inhalt der gleiche ist wie in der regulären Ausgabe.

Sonstige Tauschticket-Tipps

Den Zustand möglichst genau beschreiben

Oftmals ist dein angebotenes Buch nur eins unter vielen ähnlichen Angeboten. Da ist es vertrauenswürdiger, den Zustand besonders genau zu beschreiben. So erwähne ich z. B. jeden noch so kleinen Knick oder Kratzer und auch, wenn die Seiten schon etwas vergilbt sind, was bei alten Büchern oftmals der Fall ist.

Bei Bedarf ein eigenes Foto vom Cover hochladen

Wenn kein Bild zum angebotenen Buch in der Datenbank ist, oder das Cover meiner Ausgabe von dem der Datenbank abweicht, lade ich ein eigenes Foto hoch. Auch wenn der Zustand nicht sehr gut ist, zeige ich lieber ein echtes Foto meines angebotenen Buches.

Die passende Ticket-Anzahl festlegen

Der Markt bestimmt den Preis. Schau nach, wie oft das Buch bereits angeboten wird und für wie viele Tickets. So kannst du beurteilen, welche Ticketanzahl realistisch ist. Ich biete meine Bücher meistens für nur ein Ticket an, seltener für zwei.

Höflich geben und nehmen

Kommuniziere höflich und freundlich mit deinen „Mitspielern“ und sei zuverlässig. Ich habe es mir angewöhnt, Anforderungen schnell zu bestätigen, Nachrichten umgehend zu beantworten bzw. jeweils gleich nach dem Abschicken des Buches eine Nachricht zu schreiben, dass es unterwegs ist.

Andererseits übe ich mich zunächst in Geduld, wenn ein durch mich angefordertes Buch nicht innerhalb der nächsten Tage bei mir ankommt, denn Bücher- und Warensendungen brauchen manchmal etwas länger. Wenn jedoch eine Woche nach der Bestätigung meiner Anforderung noch nichts da ist und ich auch keine Nachricht vom Tauschpartner bekommen habe, frage ich mal höflich nach. Wir sind alle Menschen und manchmal vergessen wir auch etwas oder kommen nicht gleich dazu.

Sowie ich mein angefordertes Buch bekommen habe und der Zustand passt, bewerte ich den Tauschvorgang sofort mit fünf Sternen.

Alternativen zu Tauschticket

Gebraucht-An- und Verkäufer

Relativ neue Bücher lassen sich an Gebraucht-Ankäufer, wie z. B. Momox oder Rebuy, verkaufen. Das geht recht bequem. Ab einer bestimmten Ankaufsumme, meistens 10 €, übernehmen sie auch die Versandkosten.

Anstelle dir das Geld dafür auszahlen zu lassen, kannst du auch einen Gutschein zum Einlösen auf der zum Ankäufer gehörenden Verkaufsplattform bekommen. Da legen die dann noch etwas drauf. Wenn du z. B. nach einem Verkauf über Momox anstelle von Bargeld einen Einkaufsgutschein für die Medimops-Plattform nimmst, bekommst du nochmal 20% oben drauf.

Natürlich wollen die Gebrauchthändler daran verdienen, also bezahlst du immer mehr als du bekommst, aber bei Tauschticket ist es ja auch so, dass du für jede Aktion bezahlst, wenn auch nicht viel.

Lesecommunities und Vorablese-Plattformen

Bücher direkt tauschen kann man auch in Lesecommunities wie Lovely-Books, Was liest du, Lesejury aber auch über das Forum der Plattform Vorablesen. In den Communities kannst du z. B. ein Tauschregal einrichten, in welches du deine zum Tausch angebotenen Bücher stellst. Wenn du noch ein zweites Regal hast, in welchem deine gesuchten Bücher notiert sind, kannst du so Tauschpartner finden. Das Tauschen wird dort individuell untereinander abgewickelt ohne irgendwelche Ticketsysteme.

Über solche Plattformen kannst du auch ganz neue Bücher direkt vom Verlag kostenlos bekommen, im Gegenzug für das Verfassen einer Rezension bzw. für die Teilnahme an einer Leserunde.

Öffentliche Bücherschränke

Eine weitere Tauschmöglichkeit besteht in den öffentlichen Bücherschränken, wie sie in fast jeder großen Stadt angeboten werden. Dort kann man nach Belieben Bücher herausnehmen und andere dafür hineinstellen. Das ist dann aber kein gezieltes Tauschen, sondern eher eine „Schatzsuche“.

Meistens findet man dort ältere Bücher und oftmals stellen die Leute mehr hinein als sie herausnehmen, weil sie ausmisten. Ich habe da schon das eine oder andere Schätzchen gefunden und auch einiges hineingestellt, meistens Bücher, die ich auch dort oder aus einem anderen öffentlichen Regal genommen und durchgelesen hatte.

In manchen Mietshäusern, wo einige Leseratten wohnen, wird der Platz oben auf den Briefkästen auch gern mal zum Austausch von Büchern verwendet.

Die Bibliothek

Eine weitere fast kostenlose Alternative ist die gute alte Bibliothek. Deren Nutzungsgebühr ist meistens eher symbolisch, in Berlin z. B. 10 € pro Jahr für den Verbund der öffentlichen Bibliotheken. Manche Bücher, um die ich mich auf Vorablesen oder anderen Rezensionsplattformen vergeblich bemüht hatte, habe ich schon ein bis zwei Jahre später ganz bequem über die „Onleihe“ direkt auf meinen E-Book-Reader ausleihen können.

Die Plattform Tauschticket

Wenn du nun Lust bekommen hast, dich bei Tauschticket anzumelden, kannst du das gern über meinen Link tun. Es ist ein Freunde-werben-Link. So bekomme ich vielleicht das eine oder andere Gratisticket:

Link zu Tauschticket

Vorablese-Plattformen und Lesecommunities

Darüber habe ich bereits mehrere ausführliche Artikel geschrieben. Du findest sie alle in der Kategorie „Vorablesen“ oder einfach über den folgenden Link:

Alle Artikel zum Vorablesen

Liste der öffentlichen Bücherschränke in Deutschland

Verzeichnis bei Wikipedia

Viel Spaß beim Lesen und Tauschen und vielleicht auch beim Rezensieren!

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