Fräulein Gold: Schatten und Licht | Anne Stern

Nun habe ich endlich dieses Buch gelesen, auf das ich bereits 2020 gestoßen war, als es neu herauskam.

Da hatte ich gerade die Plattform Vorablesen für mich entdeckt, wo man es zum Rezensieren gewinnen konnte. Leider gehörte ich damals nicht zu den Glücklichen.

Jetzt ist es mir beim Stöbern durch das Online-Angebot meiner Bibliothek wiederbegegnet.

Dieses Buch ist der erste Teil einer Reihe um Hulda Gold, Hebamme im Berlin der 1920er Jahre. Inzwischen gibt es bereits sechs Teile.

Hulda Gold muss man einfach gernhaben. Es macht großen Spaß, sie in ihrem Beruf und ihrer Freizeit zu begleiten, vor allem bei der Lösung eines Kriminalfalls.

Der Klappentext

1922: Hulda Gold ist gewitzt und unerschrocken und im Viertel äußerst beliebt. Durch ihre Hausbesuche begegnet die Hebamme den unterschiedlichsten Menschen, wobei ihr das Schicksal der Frauen besonders am Herzen liegt. Der Große Krieg hat tiefe Wunden hinterlassen, und die junge Republik ist zwar von Aufbruchsstimmung, aber auch von bitterer Armut geprägt. Hulda neigt durch ihre engagierte Art dazu, sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Zumal sie bei ihrer Arbeit nicht nur neuem Leben begegnet, sondern auch dem Tod. Im berüchtigten Bülowbogen, einem der vielen Elendsviertel der Stadt, kümmert sich Hulda um eine Schwangere. Die junge Frau ist erschüttert, weil man ihre Nachbarin tot im Landwehrkanal gefunden hat. Ein tragischer Unfall. Aber wieso interessiert sich der undurchsichtige Kriminalkommissar Karl North für den Fall? Hulda stellt Nachforschungen an und gerät dabei immer tiefer in die Abgründe einer Stadt, in der Schatten und Licht dicht beieinanderliegen.

Meine Eindrücke

Der Roman beginnt mit einem Verbrechen aus Sicht des Opfers Rita Schönbrunn. Wir erleben den Mord direkt mit: Was sie fühlt, als sie getötet wird, indem sie jemand über das Brückengeländer in den Landwehrkanal wirft. Das lässt beim Lesen erschauern und macht sofort neugierig, wer das getan hat und warum.

Danach begleiten wir im Wechsel die Hauptheldin Hulda Gold und den Kriminalkommissar Karl North. Das ist jeweils aus deren Sicht geschrieben. Zwischendrin gibt es Passagen aus dem Tagebuch der Ermordeten. Das ist sehr abwechslungsreich.

Anne Stern hat einen so bildhaften und lebendigen Schreibstil, dass ich mich direkt in die Personen und die jeweilige Umgebung hineinversetzen konnte. Der Kriminalfall ist ziemlich spannend, aber als besonders gelungen empfinde ich die Personen selbst, wozu auch einige interessante Nebenfiguren gehören – die meisten liebenswert mit sympathischen kleinen „Macken“.

Ich habe bereits ein anderes Buch von Anne Stern gelesen („Drei Tage im August“). Da hatte ich das ebenso empfunden. Personen und Dialoge scheinen eine große Stärke der Autorin zu sein.

Fazit

Durchweg sehr unterhaltsam und spannend. Das Buch vermittelt ein lebendiges Bild vom Berlin der 1920er Jahre. Wer Krimis und historische Romane mit irgendwie besonderen Personen mag, wird es gern lesen.

Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen.

Nun muss ich wohl oder übel meine „Bücherserien-Liste“ erweitern. Denn ich möchte die anderen Teile zu „Fräulein Gold“ auch noch lesen und trotzdem die anderen Serien nicht vergessen.

Oje: Zu viele Bücher, zu wenig Zeit!

Details

Autor:Anne Stern
Titel:Fräulein Gold: Schatten und Licht
Die Hebamme von Berlin, Band 1
Genre:Historischer Roman, Krimi
Verlag:Rowohlt
Erscheinungsjahr:2020
Seitenanzahl:384
ISBN:9783499004278

Das Buchcover im Titelbild gehört dem Rowohlt-Verlag

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