Eva Heller | Der Mann, der‘s wert ist

Gute-Laune-Lektüre!

Unscheinbar und zerlesen stand dieses Buch in einem öffentlichen Bücherschrank. Es stammt vom Anfang der neunziger Jahre. Ich hatte nur mal kurz hineingesehen und es hatte mich gepackt.

Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, Viola Faber. Sie hat gerade ihr Studium der Innenarchitektur beendet und ist nach der dazugehörigen Feier im Begriff, mit ihrem Traummann Benedikt in eine großartige Zukunft zu starten. Diesen Anschein hat es zunächst. Aber dann kommt es anders, ganz allmählich.

Alles ist ziemlich witzig geschrieben, aber nicht zum Brüllen komisch. Es ist eher zum Schmunzeln, obwohl die Situationen, in die die Protagonistin Viola kommt, eigentlich meistens traurig sind. Es ist unglaublich, mit wie viel Geduld und Liebe sie sich diesen immer wieder stellt. Ich hätte sie gern von Anfang an beiseite genommen und auf die Realität aufmerksam gemacht, damit sie nicht in diverse Fallen tappt.

Die einzelnen Personen werden direkt lebendig. Einige davon handeln zum Fremdschämen.  Manchmal ist das Ganze ziemlich skurril, aber gerade dadurch ist es witzig. Auch Viola kommt oft in peinliche Situationen, meistens unverschuldet. Alles ist jedoch trotz Übertreibungen irgendwie lebensecht. Wahrscheinlich ist das der Grund dafür, dass ich das Buch zwischendurch kaum beiseitelegen konnte.

Was mir besonders positiv aufgefallen ist, sind die anschaulichen Beschreibungen von Räumen und Farben. Eigentlich mag ich keine langen Schilderungen der Umgebung. Aber so, wie es Eva Heller in diesem Buch gelöst hat, fand ich es sogar sehr unterhaltsam. Es gehört einfach dazu. So kann nur schreiben, wer selbst sehr viel Ahnung von Raumgestaltung und Farbwirkung hat. Nur so konnte sie Viola glaubwürdig als leidenschaftliche Innenarchitektin agieren lassen.

Auch das Zurückerinnern an die Zeit, in der es spielt, war für mich sehr schön. Handys waren noch nicht üblich. Ein „Autotelefon“ war etwas Besonderes. Musik kam von Kassette. Gezahlt wurde in D-Mark. Aber als die Autorin das Buch geschrieben hat, war genau das die Realität. Heute liegt Nostalgie darin.

Fazit: Ein in mehrfachem Sinne bunter Roman, der heute noch mindestens so viel Spaß macht wie zu der Zeit, als er herauskam. Eine Gute-Laune-Lektüre, denn schließlich wird am Ende alles gut, wenn auch anders als erwartet.

Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen.

Details

Autor:Eva Heller
Titel:Der Mann, der’s wert ist
Genre:Literatur
Verlag:Droemer Knaur
Erscheinungsjahr:1994
Seitenanzahl:580
ISBN:9783426650752

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