Dieses Buch, wieder mal ein Kostenlos-Fund – siehe mein Artikel zum öffentlichen Bücherschrank – , versprach spannenden Nervenkitzel.
Den habe ich auch bekommen.
Die Kurzbeschreibung
Für einen Eindruck, worum es geht, gebe ich einfach die Kurzbeschreibung vom Verlag wieder:
Wie fühlt es sich an, ein Experiment zu sein?
Alice hofft auf ein normales Leben: Liebe, Freunde, Arbeit. Doch ihre Eltern wollen sie für immer in die Anstalt stecken. Eine berüchtigte Psychiatrie, versteckt unter der Zentrale eines Pharmakonzerns. In letzter Sekunde flieht Alice aus der elterlichen Villa im bayerischen Grünwald, trampt Richtung Norden und taucht in Hamburg unter. Aber die Hetzjagd auf sie hat längst begonnen. Angeführt von Viktor, dem brutalen Söldner, der für die Anstalt die Drecksarbeit erledigt. Denn Alice ist mehr als eine normale junge Frau …
Ein atemloser Thriller über die Grenzen der Wissenschaft und die Frage der eigenen Identität
Meine Eindrücke
Der Prolog gibt eine Begebenheit mit einer Leiche im Kofferraum wieder. Danach geht die eigentliche Handlung los, wie sie auf dem Klappentext beschrieben ist, zunächst ohne Bezug zu dieser Vorgeschichte. Dieses Konstrukt ist ein Klassiker, der immer wieder funktioniert und auch hier gekonnt umgesetzt wurde.
Wenn dann schließlich durch die Haupthandlung der Bogen zur anfänglichen Leiche im Kofferraum geschlagen wird, ist man so tief drin in der sonstigen Geschichte, dass man diese schon fast vergessen hat und sich denkt: „Ach ja, da war ja noch was. Aha, so ist das also!“
Ansonsten ist die Handlung ebenfalls äußerst spannend. Es wird schnell klar: Alice ist ein „Projekt“, hinter dem ein Pharmakonzern steckt, der wohl nur illegales Zeug macht.
Gegenspieler sind die Leute einer anderen, konkurrierenden Pharmafirma, die moralisch das ganze Gegenteil vom bösen Pharmakonzern hinter dem „Projekt“ ist. Es ist jedoch ein wenig unglaubwürdig, wie toll das alles in dieser anderen Firma läuft. Ich hätte mir auch hier ein paar Spannungen und Twists gewünscht, die von der Schwarz-Weiß-Malerei abweichen.
Aber ein paar der handelnden Figuren gefallen mir. Neben Alice sind das vor allem die Geschwister Simon und Frauke, die bei jener „lieben“ Pharmafirma arbeiten und Alice helfen. Dann gibt es noch ein paar „Vorzeigewissenschaftler“, alle in ihrer Moral sehr gefestigt, naja…
Die Gegenspieler vom „bösen“ Pharmakonzern sind vor allem das: „böse“ und habgierig. Es gibt zum Ende hin allerdings eine Überraschung, was den Charakter und die Beweggründe einer der Figuren angeht.
Fazit
Trotz meiner kleinen kritischen Anmerkungen fand ich diese Lektüre sehr spannend und unterhaltsam. Auch gefällt mir der unverschnörkelte Schreibstil. Für Thriller-Fans zu empfehlen. Zum Teil ist die Geschichte zwar brutal, aber nicht so, das mir schlecht wurde.
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen.
Details
| Autor: | Alexa Linell |
| Titel: | Projekt 22 |
| Genre: | Thriller |
| Verlag: | HarperCollins |
| Erscheinungsjahr: | 2023 |
| Seitenanzahl: | 336 |
| ISBN: | 9783365002902 |
Das Cover im Titelbild gehört dem Verlag HarperCollins.

