Vor etwas mehr als zwei Jahren hatte ich ein anderes (späteres) Buch dieser Autorin gelesen. Das hatte mich so begeistert, dass ich mir vornahm, dieses etwas frühere Werk auch zu lesen. Ich hatte gesehen, dass es sich um die gleiche Familie in verschiedenen Generationen handelt.
Aber ich war dann davon abgekommen. Nun hat Alena Schröder ein drittes Buch geschrieben, dass mit den ersten beiden zusammenhängt und in der kommenden Woche erscheinen wird.
Das habe ich mir zum Vorablesen gesichert. Aber vorher habe ich es mir nicht nehmen lassen, das erste Werk dazwischenzuschieben. Und hier kommt nun meine Rezension dazu.
Worum geht es?
Die Kurzbeschreibung vom Verlag:
Berlin in den Zwanzigerjahren: Senta hat sich von der einfachen Schreibkraft zur Journalistin hochgearbeitet und ist mit einem jüdischen Kollegen verheiratet. Doch für ihr selbstbestimmtes Leben in Berlin musste sie Jahre zuvor eine folgenschwere Entscheidung treffen: ihr Kind zurücklassen. Und mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten gerät Sentas neue Familie in Gefahr. Fast ein Jahrhundert später bekommt Hannah Borowski einen Brief, der sie als mögliche Erbin eines geraubten und verschollenen Kunstvermögens ausweist. Wo sind die Bilder jetzt? Warum weiß Hannah nichts von den jüdischen Vorfahren? Und warum weigert sich ihre Großmutter Evelyn so beharrlich, über die Vergangenheit und besonders über ihre Mutter Senta zu sprechen?
Meine Eindrücke
Auch dieses Buch hat mich begeistert. Es beginnt in der Gegenwart bei einem der wöchentlichen Besuche der Protagonistin Hannah bei ihrer Großmutter Evelyn im Seniorenheim. Die Szene mit den eingeschliffenen Ritualen hat mich gleich zum Schmunzeln gebracht. Sogleich konnte ich mir die handelnden Personen sehr gut vorstellen.
Überhaupt zieht sich das wieder durch das ganze Buch: Die Lebensechtheit der Figuren.
Die Handlung spielt im Wesentlichen in zwei Zeitebenen: heute und in einer Spanne von den 1920er Jahren über den zweiten Weltkrieg bis um 1950.
Beide Zeitebenen sind sehr interessant. So habe ich beide Handlungsstränge verschlungen.
Die Personen sind so dargestellt, dass es mir beim Lesen wieder leicht gelungen ist, mich in sie hineinzuversetzen. Egal, ob ich nun gutheiße, wie sie handeln, oder nicht. Die Autorin hat es geschafft, alles nachvollziehbar zu erzählen.
Es ist klar, dass die Hauptfiguren, Hannah, deren Großmutter Evelyn, Evelyns Mutter Senta und Evelyns Tante Trude sind. Aber die Autorin hat auch einige interessante Nebenfiguren eingebaut, die dem Ganzen noch weitere Würze verleihen.
Die Abwechslung in den Zeitebenen hat mich immer mal wieder in die „Nur-noch-ein-Kapitel-Schleife“ geraten lassen. So habe ich dann immer länger gelesen, als ich mir vorgenommen hatte und war schließlich traurig, als ich am Ende angelangt war. Mein Trost ist das neueste Buch, dass ich demnächst lesen kann.
Fazit: Trotz aller trauriger Ereignisse in diesem Buch gibt es auch einiges zum Schmunzeln. Alles ist sehr nahbar und spannend geschildert.
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen.
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Details
| Autor: | Alena Schröder |
| Titel: | Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid |
| Genre: | Literatur |
| Verlag: | dtv |
| Erscheinungsjahr: | 2022 (12. Auflage) |
| Seitenanzahl: | 400 |
| ISBN: | 978-3-423-22028-6 |
Das Cover im Titelbild gehört dem Verlag dtv.
Um welche drei Bücher geht es insgesamt?
Das erste Buch ist das hier beschriebene.
Das zweite Buch ist: Bei euch ist es immer so unheimlich still
Das dritte Buch: Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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