Jugend ohne Gott | Ödön von Horváth

Dieser Roman stammt aus dem Jahr 1937. Er spielt zwischen den zwei Weltkriegen und ist in der Ich-Perspektive des Protagonisten geschrieben. Dieser ist ein 34 Jahre alter Lehrer an einem Gymnasium, der zwischen seinen eigenen eher humanistisch geprägten Idealen und den nationalsozialistischen Ansichten der derzeitigen Gesellschaft hin- und hergerissen ist.

Er selbst denkt sich meistens nur seinen Teil und äußert seine eigene Meinung möglichst nicht öffentlich. So ist er zwar im Begriff, rassistische Äußerungen in den Aufsätzen seiner Schüler anzustreichen, besinnt sich dann aber darauf, dass es „im Radio genauso geäußert worden wäre“.

Er liebt seinen Beruf zwar nicht, sieht diesen aber immerhin als sicheres Einkommen und ist zunächst darauf bedacht, bei seiner Arbeit unter dem Radar der neuen Herrscher, die er eigentlich verachtet, zu bleiben. An Gott glaubt er seit dem ersten Weltkrieg nicht mehr.

Die Geschichte wirkt am Anfang wie eine Sammlung aus einzelnen Episoden, aber alles findet sich nach und nach immer besser zusammen und entwickelt sich zu einem Krimi. Ich habe diesen Roman als sehr spannend empfunden und in einem Rutsch durchgelesen.

Er lebt meiner Meinung nach sehr vom anschaulichen und unverschnörkelten Schreibstil des Autors, der jedoch immer noch ein Augenzwinkern unterbringt. Mir gefällt diese Art und auch das gesamte Konzept der Geschichte sehr und auch die Weiterentwicklung, die der Protagonist dabei erfährt.

Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen.

Details

Autor:Ödön von Horváth
Titel:Jugend ohne Gott
Genre:Roman
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsjahr:2021 (ehem. 1937)
Seitenanzahl:145
ISBN:9783518460191

Das Buchcover im Titelbild gehört dem Suhrkamp-Verlag.

Fun Fact

Ich bin auf dieses Buch gestoßen, weil ich im Rahmen des Top Ten Thursday – Bücher mit J nach Büchern gesucht habe, deren Titel mit dem Buchstaben J beginnt. Ich habe es mir dabei zur Aufgabe gemacht, nicht nur irgendwelche Titel mit J herauszusuchen, sondern solche, die ich entweder bereits gelesen habe oder noch lesen würde.

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