Übersetzt von Gabriele Burkhardt, Astrid Gravert.
Zwei Frauen tauschen kurz mal ihre Identität, denn jede läuft vor etwas davon. Was für ein toller Stoff für einen Thriller! Sicher gibt es so etwas ähnliches schon öfter, aber wenn es packend geschrieben ist, macht es immer wieder Freude, vielleicht auch Gänsehaut.
Worum geht es hier genau?
Da gebe ich einfach die Kurzbeschreibung wieder:
New York, Flughafen JFK: Heute wird Claire endlich ihrer gewalttätigen Ehe entfliehen. Minutiös hat sie alles vorbereitet. Doch ihr Plan fliegt in letzter Minute auf, und wenn Claire in das Flugzeug steigt, wird es ihr Ende sein. In diesem Moment wird sie von Eva angesprochen, die auf einen Flug nach Kalifornien gebucht und ebenfalls auf der Flucht ist. Im Bruchteil einer Sekunde beschließen die beiden, ihre Bordkarten zu tauschen. Doch als Claire in Kalifornien landet, stellt sie fest, dass Eva ihr nicht die Wahrheit gesagt hat. Der Tausch entpuppt sich nach und nach als Albtraum …
Meine Eindrücke
Die eine Frau ist Claire, Ehefrau eines einflussreichen Mannes, der nach außen hin ein echter Sunnyboy, aber in Wirklichkeit ein Scheusal ist. Niemand scheint ihm etwas anhaben zu können. So ist sie wie in einem goldenen Käfig gefangen. Ihre Situation ist glaubwürdig und eindrucksvoll geschildert.
Die andere, Eva, ist eine super-intelligente Frau mit viel Potenzial, die früh „falsch abgebogen“ ist und sich mit dem Organisierten Verbrechen eingelassen hat. Jetzt wächst ihr das über den Kopf. Auch sie ist sehr nachvollziehbar dargestellt.
Beide Protagonistinnen mochte ich gleich. Die Kapitel sind jeweils aus deren Sicht erzählt. Sehr lebendig und ohne langweilige Beschreibungen.
Während der Geschichte habe ich zwar mit beiden mitgefiebert, aber etwas mehr mit Claire, die vor ihrem gewalttätigen Mann geflohen ist. Denn Eva war, ohne sie verurteilen zu wollen, zu einem gewissen Grad auch selbst schuld an ihrer Misere.
Ich denke, diese Wirkung hatte die Autorin beim Schreiben beabsichtigt, denn die Kapitel von Claire sind in der Ich-Form geschrieben, die von Eva in der dritten Person. Da versetzt man sich beim Lesen schon automatisch etwas mehr in die Rolle von Claire hinein.
Auch ist die jeweilige Zeit der einzelnen Kapitel gut gewählt. Zentraler Zeitpunkt ist der Tag, an dem die beiden die Bordkarten tauschen. Dann bewegen sich die Handlungsstränge entweder darauf zu, vor allem bei Eva, oder auch davon weg, vor allem bei Claire.
Es gibt, wie es sich für einen Thriller gehört, einige Twists und von mir ein „Wow!“ am Ende.
Dabei war es zu meiner Freude nicht blutig, denn bei so etwas bin ich sehr empfindlich.
Fazit
Großartige Story und super spannend umgesetzt.
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen.
Details
| Autor: | Julie Clark |
| Titel: | Der Tausch |
| übersetzt von: | Gabriele Burkhardt, Astrid Gravert. |
| Genre: | Thriller |
| Verlag: | Heyne |
| Erscheinungsjahr: | 2022 |
| Seitenanzahl: | 416 |
| ISBN: | 978-3-453-42623-8 |
Das Buchcover im Titelbild gehört dem Verlag Heyne.

