Aus dem Schwedischen übersetzt von Sabine Thiele.
Der Untertitel lautet: Nur einer kehrt zurück.
Ein für mich bisher ungewöhnlicher Thriller und ich habe schon einige gelesen.
Der Anfang hat mich gefesselt, zwischendrin fühlte ich mich recht gut unterhalten, aber manchmal wegen der vielen schwedischen Bezeichnungen leicht verloren. Aber zum Ende hin konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.
Doch nun wie immer eins nach dem anderen: Zunächst die Kurzbeschreibung vom Verlag. Dann meine Eindrücke.
Worum geht’s?
Hier die Beschreibung vom Verlag:
Vier Freunde. Eine Wanderung. Und die tödliche Weite Nordschwedens.
Jeden Sommer fahren die Anwältin Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Milena in den Norden Schwedens, um beim Wandern in der wilden Natur den Stockholmer Alltag zu vergessen. Doch dieses Jahr hat sich Milenas neuer Freund, Jakob, der Gruppe angeschlossen. Er schlägt vor, von der ursprünglichen Route abzuweichen und stattdessen in den wilden, einsamen Nationalpark Sarek zu wandern. Schon bald wird klar, dass die Tour alles andere wird als ein gemütlicher Ausflug unter Freunden. Jakob stiftet die Gruppe zu immer weiteren, gefährlicheren Herausforderungen an. Auch die Dynamik zwischen ihnen ändert sich – lang unterdrückte Vorwürfe und Geheimnisse kommen ans Licht, die Nerven liegen blank. Bald geht es nur noch um eines: Wer wird nach Hause zurückkehren?
Meine Eindrücke
Das Buch beginnt mit dem Funkverkehr zwischen Ambulanzhelikopter und Krankenhaus. Es geht um die Bergung einer weiblichen Person, die Anna heißt. Danach kommt ein Abschnitt mit einer Rückblende, aus der Sicht von Anna, in der es um den geplanten Ausflug geht, der vom Juli auf den September verschoben werden soll. Dabei lernen wir neben Anna auch Henrik kennen. Nach diesem kurzen Zwischeneindruck gibt es wieder einen Abschnitt, der ganz klar nach dem Ausflug spielt, und in dem Anna im Krankenhaus von einem Kriminalpolizisten befragt wird.
Es ist also von Anfang an klar, dass Anna zurückkehren wird. Es mag sich die Frage aufwerfen: Was ist daran nun noch spannend bzw. ein Thriller? Mich hat die Geschichte sofort in ihren Bann gezogen, denn das alles ist so gut geschrieben, dass es neugierig macht, denn es wirft Fragen auf: Wie ist es dazu gekommen. Was ist passiert? Wie hat sich das dahin entwickelt?
Die Geschichte baut sich dann nach und nach auf. Es wird fast das ganze Buch aus der Sicht von Anna erzählt. Zunächst kurz vor der Tour, dann wie sich Anna und Henrik mit Milena und Jakob treffen und gemeinsam aufbrechen. Wie es nach und nach immer gefährlicher wird. Manchmal spürte ich förmlich, dass gleich irgendetwas passieren würde.
Die Geschichte, in der der Verlauf der Bergtour aus der Sicht von Anna beschrieben wird, wird immer wieder durch kurze Kapitel der Befragung Annas im Krankenhaus aufgelockert. Diese Abschnitte empfand ich für mich als passende Verschnaufpausen.
Der Autor beschreibt die ganze Gegend sehr ausführlich und spart auch nicht mit den Bezeichnungen für sämtliche geografische Dinge: Flüsse, Berge, Orte – der Name jedes kleinsten Details wird genannt. Das empfand ich als ein wenig anstrengend. Für Kenner Nordschwedens oder Leser, die ebenfalls solche Touren unternehmen, mag das interessant sein. Aber ich denke, dass es dem Großteil der Leserschaft, insbesondere von Übersetzungen aus dem Schwedischen, so ähnlich wie mir ergeht. Hier wäre mir etwas weniger lieber gewesen.
Kurz den einen oder anderen Ausblick über ein Tal zu beschreiben, auch welche Schwierigkeiten es auf dem Weg gibt und was das für die Vierertruppe bedeutet, halte ich für sehr sinnvoll. Das hat der Autor auch gemacht, so dass ich praktisch mitgewandert und geklettert bin. Nur diese Beschreibungen der Route mit geografischen Namen bis ins kleinste Detail, fand ich oftmals überzogen, zumal mir die für mich komplizierten schwedischen Begriffe sofort nach dem Lesen wieder entfallen sind.
Die Handlung fand ich dennoch spannend und ich wollte nach jedem Kapitel und vor allem nach den eingeschobenen Krankenhaus-Befragungen immer wissen, wie es weitergeht. Und das, obwohl es in meinen Augen zunächst keine allzu großen Überraschungen gab. Ich empfand die Lektüre trotzdem als unterhaltsam. Nebenbei kam mir aber immer wieder der Gedanke: So ähnlich hab ich’s geahnt.
Das änderte sich relativ spät, denn einen richtigen Thriller-Twist gab es dann doch noch – auf Seite 377. Über die restlichen ungefähr 100 Seiten konnte ich das Buch dann kaum noch aus der Hand legen. Da fügte sich dann erst alles richtig zusammen. Das Ende war äußerst passend. Mehr kann ich nicht verraten, sonst müsste ich spoilern.
Fazit: Sehr spannend. Einige Seiten voller geografischer Begriffe hätten jedoch drastisch herausgekürzt werden können. Die eigentliche Geschichte hat mich sehr gut unterhalten. Der Twist zum Ende hin hat mich überrascht. Ich empfinde das Buch insgesamt als gelungenen Thriller.
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen.
Details
| Autor: | Ulf Kvensler |
| Titel: | Der Ausflug |
| übersetzt von: | Sabine Thiele |
| Genre: | Thriller |
| Verlag: | Penguin |
| Erscheinungsjahr: | 2024 |
| Seitenanzahl: | 464 |
| ISBN: | 978-3-328-11321-8 |
Das Buchcover im Titelbild gehört dem Penguin Verlag.

